Den Geschmack des Herbstes eingefangen

Kirchheim, den 02.​11.​2026

 

Über 1.000 Liter Dorfgemeinschaftssaft: Kultur.Pflanzen.Knüll und NABU verbinden Kunst, Natur und Gemeinschaft und begeistern damit den Knüll.

Staunend beobachten die Kinder der Kita Lenderscheid, wie ein Apfel nach dem anderen über das Förderband in den Schredder rollt. Dann wird gepresst, erhitzt und abgefüllt – und aus den frisch geernteten Äpfeln wird köstlicher Saft. Vom 23. bis 25. Oktober machte die mobile Apfelpresse in Lenderscheid, Großropperhausen und Oberaula Station. Trotz eines schlechten Apfeljahres kamen mehr als 1.000 Liter „Dorfgemeinschaftssaft“ zusammen.

Das Besondere: Hier wurde nicht nur Saft gepresst, sondern auch gemeinsam Kunst gemacht. Im Rahmen des Aller.Land-Projekts „Kultur.Pflanzen.Knüll“ luden Annett Zöllner, Hella Barwe, Noemi de Swart und Zoé Henss zum Filzen, Kürbisschnitzen, Töpfern, Mosaiklegen und Gestalten mit Naturmaterialien ein. Jung und Alt kamen zusammen, wurden kreativ und erlebten, wie aus einer gemeinsamen Ernte ein lebendiges Dorffest wurde.

Die Idee stammt von Philipp Reifenscheid aus Lenderscheid. „Ich fand es schade zu sehen, wie viel Obst ungenutzt liegen bleibt“, erzählt er. Da der Weg zur nächsten Mosterei weit und das eigene Saftpressen aufwendig ist, sollte die Presse direkt in die Dörfer kommen. Mit „Kultur.Pflanzen.Knüll“ fand er einen Partner, der die Idee aufgriff und um künstlerische Angebote erweiterte.

„Genau solche Projekte wollen wir mit Kultur.Pflanzen.Knüll ermöglichen“, freut sich Projektleiterin Gloria Dittmar-Wegner. „Menschen aus verschiedenen Dörfern und Generationen kommen zusammen, gestalten selbst etwas und entdecken ihre Heimat neu. Besonders schön ist, dass wir die Apfelernte mit Kunst verbinden – sogar die Saftkartons wurden von den Menschen vor Ort selbst gestaltet.“

Unter Anleitung der Künstlerin Hannah Fiand aus Großropperhausen hatten Bewohnerinnen und Bewohner der drei Orte bereits im Vorfeld eigene Motive entwickelt. Aus historischen Ortsansichten und vertrauten Gebäuden entstanden drei individuelle Kartondesigns – für jedes Dorf ein eigenes Stück Heimat zum Mitnehmen.

Der Erfolg macht Lust auf mehr: Großropperhausens Ortsvorsteher Carsten Steinbrecher fragte bereits nach dem nächsten Termin für 2027. Denn das Projekt soll weiterwachsen. Im kommenden Jahr möchten drei weitere Dörfer dazukommen. Auch zwischen den Erntezeiten geht es weiter: „Als Nächstes bieten wir Obstbaumschnittkurse an, dann werden neue Bäume gepflanzt und im April feiern wir zusammen den Tag der Streuobstwiese“, verrät Reifenscheid. Interessierte, die sich am Projekt beteiligen möchten könnten sich direkt an Philipp Reifenscheid über:  wenden.

Gemeinsam mit dem Projektpartner NABU Homberg (Efze) soll so auch das Bewusstsein für den Wert heimischer Streuobstwiesen gestärkt werden. „Der Apfelbaum ist für unsere Heimat prägend – und für viele Arten ein wichtiges Habitat. Daher sollten wir sie erhalten und pflegen“, betont NABU- Vorsitzender Rainer Hartmann.

Das erste Dorfgemeinschaftssaft-Wochenende zeigt, wofür „Kultur.Pflanzen.Knüll“ steht: Menschen gestalten gemeinsam ihre Region, Kunst schafft Begegnungen und aus lokalen Ideen wächst etwas, das bleibt. Und in diesem Fall schmeckt das Ergebnis sogar besonders gut!

Presseanfragen:  

 

  Die frisch geernteten Äpfel   Saftkartons mit köstlichem Apfelsaft